Der effektive Einsatz von Vorlesungsaufzeichnungen
Zu Anfang kritisch beäugt, sind Vorlesungsaufzeichnungen heute ein wichtiger Bestandteil der akademischen Lehre. In den USA und zunehmend auch in Europa gibt es aufgezeichnete Vorlesungen, die wenige Tage nach der Online-Publizierung bereits über 1 Mio. Zuhörer verzeichnen. Professoren werben damit für ihre Veranstaltungen - vielfach ist dies inzwischen wichtiger als eine Publikation in einem wissenschaftlichen Journal.
Die einfache und schnelle Erstellung von Lerninhalten, die große Flexibilität und die hohe Akzeptanz bei den Studierenden haben für den Durchbruch gesorgt. Wesentliche Fortschritte bei der technischen Entwicklung und die gesteigerte Usability aktueller Tools haben diese Entwicklung forciert. Vieles spricht für Vorlesungsaufzeichnungen: Lerninhalte lassen sich leicht und schnell erstellen, neue Lernformen entstehen, die Studienorganisation wird flexibler, und nicht zuletzt schätzen es Studierende, wenn Vorlesungen aufgezeichnet werden, weil das ihnen das Leben – also das Lernen – einfacher macht.
Der effektive Einsatz von Vorlesungsaufzeichnungen im regulären Universitätsbetrieb bedarf jedoch einiger Vorüberlegungen um einen bestmögliches Ergebnis des Lerners zu erreichen. Hier ein paar Gedanken, die zumindest bei jedem Einsatz von Vorlesungsaufzeichnungen beachtet werden sollten:
Ermöglichen Sie individuelle Lernpfade und –logiken:
Je nach Szenario sind nur Teile der Aufzeichnung relevant. Daher ist es von besonderer Bedeutung für den Lerner, schnell an die gewünschte Stelle der Aufzeichnung zu kommen und nicht erst einen linearen Lernpfad komplett zu durchlaufen. Ermöglichen Sie dem Lerner durch volle Retrieval-Fähigkeit an sein gewünschtes Ziel zu kommen und unterstützen Sie somit die persönliche Flexibilität des Lerners.
Bleiben Sie konsistent:
Die Konzentration des Lerners muss auf dem Inhalt liegen. Dies ermöglichen Sie durch Konsistenz in der Terminologie, einer gleichbleibenden Navigation und auch durch ein Layout, das sich an Standards (Usability/Accessability) orientiert. So ermöglichen Sie, dass die Zuhörer ihre mentale Kapazität auf den Inhalt richten.
Bieten Sie Vorlesungsaufzeichnungen als ergänzendes Material an:
Vorlesungsaufzeichnungen als Parallel-Instanz neben Übungen/Tests und Tutorien bieten den erwünschten Mehrwert. Die isolierte Bereitstellung von Vorlesungsaufzeichnungen im universitären Bereich kann dazu führen, dass sich Lerner auf Vorlesungsaufzeichnungen verlassen und den Stoff erst kurz vor Klausuren lernen. Vorlesungsaufzeichnungen als ergänzendes Material dienen als vertiefendes Element und verstärken den „Outcome“ Ihrer Lerner.
Welche Erfahrungen haben Sie mit Vorlesungsaufzeichnungen gemacht?
Was sind Fallstricke und welche Überlegungen sind ein absolutes Muss?
Ich würde mich über eine rege Diskussion freuen.
Dieser Beitrag wird sukzessive um weitere Tipps ergänzt. Über den „Permalink“ unterhalb des Beitrags, können Sie diesen als Lesezeichen setzen.
0 Kommentare
Sie haben keine Berechtigung, einen Kommentar zu hinterlassen.
Kategorien
Letzte Beiträge
- LECTURNITY im Härtetest: Online-Seminar der Uni Freiburg
- 03.08.2010 12:33
Letzte Kommentare
- Besucher auf der Learntec
- 20.01.2010 23:35
