Streaming Server
Inhaltsübersicht
Bereitstellung ausschließlich über HTTP-Server
Versionsauswahl Server bzw. Player
Wiedergabemöglichkeiten
Frage:
Welche Möglichkeiten gibt es für die Wiedergabe eines Web-Dokuments? Was sind die jeweiligen Vor- und Nachteile?
Lösung:
Es gibt 3 Wiedergabemöglichkeiten für die Audio-/Videodaten eines Web-Dokuments:
- Lokale Wiedergabe:
Sie haben lokalen Zugriff auf das Web-Dokument. Dies ist der Fall, wenn das Dokument auf der Festplatte Ihres Computers gespeichert ist oder Sie Zugriff auf ein anderes Medium (z. B. CD oder Netzlaufwerk) haben, auf dem das Dokument gespeichert ist.- Vorteile:
- Bestmögliche Qualität
- Praktisch keine Vorladezeit
- Uneingeschränktes Springen (Scrolling) im Dokument ist möglich
- Nachteile:
- Keine schnelle Verteilung des Dokuments möglich
- Dokument kann nur auf dem Rechner wiedergegeben werden, auf dem es erzeugt oder auf den es kopiert wurde
- Dokument belegt Speicherplatz auf der Festplatte
- Vorteile:
- Wiedergabe über HTTP-Server:
Das Dokument ist auf einem HTTP-Server gespeichert. Sie greifen über eine Internet-Verbindung auf das Dokument zu.- Vorteile:
- Schnelle Verteilung und einfache Verfügbarkeit des Dokuments
- Dokument belegt keinen Speicherplatz auf der Festplatte
- Nachteile:
- Je nach verfügbarer Bandbreite unterschiedlich lange Vorladezeit
- Nur geringe Bandbreite für Audio-/Video verfügbar
- Starke Qualitätseinbußen bei Audio-/Video
- Videowiedergabe oft gar nicht möglich
- Springen (Scrollen) im Dokument ist nicht möglich
- Vorteile:
- Wiedergabe über HTTP- und Streaming-Server:
Das Dokument ist auf einem HTTP-Server und einem RealSystem Server bzw. Windows Media Server gespeichert. Sie greifen über eine Internet-Verbindung auf das Dokument zu.- Vorteile:
- Schnelle Verteilung und einfache Verfügbarkeit des Dokuments
- Dokument belegt keinen Speicherplatz auf der Festplatte
- Springen (Scrollen) im Dokument ist möglich
- Nachteile:
- Je nach verfügbarer Bandbreite unterschiedlich lange Vorladezeit
- Audio-/Videoqualität ist abhängig von verfügbarer Bandbreite
- Vorteile:
Benötigte Server
Frage:
Welche Server werden für die Bereitstellung der Dokumente über das Internet benötigt?
Lösung:
Drei Server-Typen stehen zur Auswahl:
- HTTP-Server:
Da bei der Konvertierung Ihres Dokuments in das RealMedia- bzw. Windows Media-Format ein HTML-Dokument erzeugt wird, benötigen Sie für die Bereitstellung über das Internet in jedem Fall einen HTTP-Server. Hier gibt es unterschiedlichste Produkte für die verschiedenen Plattformen, so dass an dieser Stelle nicht auf Details eingegangen werden kann. - RealSystem-Server:
Wenn Ihr Dokument in das RealMedia-Format konvertiert wird, ist neben dem HTTP-Server die Verwendung eines weiteren Servers, der das Streamen von Audio- bzw. Video-Daten übernimmt, sinnvoll. Sie benötigen einen RealSystem-Server Version 6.0 oder höher, bzw. den Helix Universal Server von RealNetworks. Es gibt von beiden Varianten kostenfreie Evaluationsversionen. - Windows Media Server:
Wird Ihr Dokument in das Windows Media Format konvertiert, so empfiehlt es sich, neben dem HTTP-Server einen weiteren Server zu verwenden, der das Streamen von Audio- bzw. Video-Daten übernimmt. Dafür benötigen Sie Windows Media Services (mindestens Version 4.1 oder höher) von Microsoft. Dieser Server ist im Programmpaket von Windows 2000 Server bereits enthalten. Für Windows NT 4.0 Server kann bei Microsoft das Paket "WindowsMedia Services 4.1" kostenfrei heruntergeladen werden.
WindowsMedia Services kann nicht auf eine "Standard"-Plattform wie Windows 9x, Windows NT 4.0 Workstation, Windows 2000 oder Windows XP installiert werden. Man benötigt ein Windows Server-Betriebssystem, wie z.B. Windows NT 4.0 Server oder Windows 2000 Server.
Wenn Sie im LECTURNITY Publisher einen Server zum Einstellen der erzeugten Dokumente auswählen, müssen Sie Schreibrechte in dem Dokumentenverzeichnis auf dem entsprechenden Server haben.
Bereitstellung ausschließlich über HTTP-Server
Frage:
Reicht ein HTTP-Server zum Streamen von Dokumenten aus?
Lösung:
Prinzipiell können Audio- und Video-Daten von einem HTTP-Server kommen. Es liegt dann aber kein Streaming im eigentlichen Sinne, sondern ein Download vor.
Vorteile:
- Sie benötigen neben dem HTTP-Server keinen weiteren Server.
- Bei Verwendung einer Firewall muss nur Port 80 für das HTTP-Protokoll geöffnet sein. (Echtes Streaming belegt weitere Ports.)
Nachteile:
- Bei der Wiedergabe von Audio-/Video-Daten müssen zum Teil erhebliche Qualitätseinbußen in Kauf genommen werden.
- RealMedia:
Es kann nur eine schmale Bandbreite von max. 32 Kbps genutzt werden, selbst wenn Ihr Internet-Anschluß über eine weitaus höhere Bandbreite verfügt. Die Folgen davon sind:- Die Vorladezeit ist lang und es muss häufig gepuffert werden.
- SureStream (dynamische Bitratenanpassung) wird nicht unterstützt.
- Die Tonqualität ist meist schlechter.
- Bei Video-Daten werden nur wenige vereinzelte Frames angezeigt.
- Windows Media:
Auch hier kann nur eine schmale Bandbreite für die Audio-/Video-Daten genutzt werden. Die tatsächlich verwendete Bandbreite ist von dem ausgesuchten Systemprofil abhängig. Die Folgen davon sind:- Die Vorladezeit ist lang.
- Häufig wird gar kein Video angezeigt, das Video-Fenster bleibt leer (z.B. bei einem Profil für "Multiple Bit Rate Video").
- Ein Navigieren während der Wiedergabe ist nicht möglich.
Versionsauswahl Server bzw. Player
Frage:
Welche Versionen von Server und Player bei RealMedia bzw. Windows Media sollten im LECTURNITY Publisher gewählt werden?
Lösung:
RealMedia:
Hier gilt das Prinzip des "kleinsten gemeinsamen Nenners". Für die Konvertierung Ihres Dokuments ist daher die kleinere Versionsnummer von Server bzw. Player Plug-In ausschlaggebend, da je nach ausgewählter Version unterschiedliche Codecs benutzt werden.
Beispiel: Wenn Ihnen ein RealSystem Server Version 6.0 und ein RealPlayer Version 8.0 zur Verfügung steht, sollten Sie auf jeden Fall im Dialogfeld "Versionsauswahl" des LECTURNITY Publishers unter "RealServer" den Eintrag "Version 6.0 (G2)" auswählen. Ein RealSystem Server Version 6.0 kann beispielsweise keine RealMedia-Daten streamen, die mit dem Codec für Version 8.0 erzeugt wurden!
Windows Media:
Hier ist die Version des benutzten Windows Media Players für die Wiedergabe ausschlaggebend, die Version des Windows Media Servers ist nicht von Bedeutung. So kann z.B. der Server "Windows Media Services 4.1" Windows Media-Daten streamen, die mit dem Codec für den Windows Media Player 9 erzeugt wurden.
Besonderheit bei Windows 98 und Windows NT 4.0: Für diese beiden Betriebssysteme ist bislang nur der Windows Media-Player bis Version 6.4 verfügbar, höhere Versionen des Windows Media-Players werden nicht unterstützt!
Beispiel: Wenn Sie die Wiedergabe Ihres Dokuments auf Plattformen mit Windows NT 4.0 unterstützen wollen, sollten Sie im Dialogfeld "Einstellungen" des LECTURNITY Publishers die Standard-Codecs für den Windows Media-Player 6.4 auswählen.
Server-Verzeichnisse
Frage:
In welchen Verzeichnissen legen die Server von RealMedia bzw. WindowsMedia Streaming-Daten ab?
Lösung:
RealSystem Server:
Unter Windows legt der Server von RealNetworks in der Regel ein Unterverzeichnis mit dem Namen "Content" an. (bei einer Standard-Installation ist das i.a. C:\Programme\Real\RealServer\Content). Dort können beliebig weitere Unterverzeichnisse mit Streaming-Daten angelegt werden.
Beispiel: Im LECTURNITY Publisher können Sie in dem Dialogfenster "Zielauswahl (2)" folgendes unter "Zielverzeichnis auf dem Real-Server" eingeben:
C:\Programme\Real\RealServer\Content\Meine_Praesentation
Windows Media Server:
Der Server von Windows Media Services legt in der Regel ein Unterverzeichnis mit dem Namen "ASFRoot" an. (bei einer Standard-Installation ist das i.a. C:\ASFRoot). Dort können beliebig weitere Unterverzeichnisse mit Streaming-Daten angelegt werden.
Beispiel: Im LECTURNITY Publisher können Sie in dem Dialogfenster "Zielauswahl (2)" folgendes unter "Zielverzeichnis auf dem Windows Media Server" eingeben:
C:\ASFRoot\Meine_Praesentation
Einrichten eines Windows Media Servers
Frage:
Wie wird ein Windows Media Server eingerichtet?
Lösung:
Für die Einrichtung eines Windows Media Servers wird Windows Media Services (mindestens Version 4.1 oder höher) benötigt (siehe auch "Benötigte Server"). Die folgende Beschreibung geht vom Betriebssystem "Windows 2000 Server" aus.
Der Windows Media Server lässt sich verwalten unter "Start" ==> Systemsteuerung" ==> "Verwaltung" ==> "Konfiguration des Servers" ==> "Web-/Mediaserver" ==> "Windows Mediaserver" ==> "Verwalten".
Verwendete Ports
Dienst | Port |
|---|---|
MMS | 1755 (TCP) |
MSDB | 7007 (TCP) |
(MSDB und Port 7007 werden für das Streamen nicht benutzt.)
Der "Windows Media Unicastdienst" muss als Dienst laufen ("Start" ==> "Systemsteuerung" ==> "Verwaltung" ==> "Dienste"). Eventuell muss der Dienst manuell gestartet werden.
Windows Media-Dateien werden im "ASFRoot"-Verzeichnis gespeichert. Am besten legt man dort für jedes Dokument ein eigenes Unterverzeichnis an.
Bei einer Standardinstallation befindet sich das "ASFRoot"-Verzeichnis unter "C:\ASFRoot".
Administrieren und Konfigurieren lässt sich der Windows Media Server über den "Windows Media Adminstrator" (C:\WINNT\system32\Windows Media\Server\nsadmin.exe).
Unter "Server überwachen" ==> "Veröffentlichungspunktclients" kann man man überprüfen, wer gerade auf WM-Daten zugreift.
Man kann auch den Zugriff auf WM-Daten per Admin-Passwort schützen, wenn folgendes gemacht wird:
"Server konfigurieren" ==> "Servereigenschaften" ==> Reiter "Sicherheit". Standardmäßig ist dort "Keine Authentifizierung benutzen" ausgewählt. Dort kann die Sicherheitseinstellung geändert werden. Danach muss der "Windows Media Unicastdienst" gestoppt und neu gestartet werden, um die Änderung zu übernehmen.
Unter "Server konfigurieren" ==> "Servereigenschaften" ==> Reiter "Protokollierung" kann die Erzeugung von Log-Files aktiviert werden. Default-Einstellung für Log-Files ist C:\WINNT\system32\LogFiles.)
Datenvolumen
Frage:
Welche Datenmengen entstehen beim Export der Audio-/Video-Daten in ein streamingfähiges Format?
Lösung:
Die Datenmenge, die beim Export entsteht, hängt zum einen vom Medientyp (Audio, Video, Screengrabbing-Clip) ab. Zum anderen sind die Einstellungen wichtig, die im Publiser bei der Bandbreitenauswahl getroffen werden. Je größer die ausgewählte Bandbreite, desto größer ist das Datenvolumen.
- Erzeugtes Datenvolumen in Abhängigkeit vom Medientyp:
Das Datenvolumen von Screengrabbing-Clips hängt stark von deren Auflösung ab. Screengrabbing-Clips im Windows Media-Format benötigen deutlich weniger Speicherplatz im Vergleich zum RealMedia-Format, da ein spezieller "Screen capture"-Codec mit hoher Datenkompression verwendet werden kann.
Die folgende Tabelle zeigt die typischen Bereiche für die entstehenden Datenvolumina:
Medientyp | Datenvolumen (in MB pro Minute) |
|---|---|
Audio | 0,2 - 1,5 MB/min |
Video (inkl. Audio) | 1,0 - 4,0 MB/min |
Screengrabbing-Clip | 1,0 - 5,0 MB/min (RealMedia) |
Screengrabbing-Clip | 0,5 - 1,0 MB/min (Windows Media) |
- Gestreamtes Datenvolumen in Abhängigkeit von der verwendeten Bandbreite:
Die folgende Tabelle stellt am Beispiel einer 30-minütigen Aufzeichnung die tatsächlich gestreamte Datenmenge während dieser Zeitspanne dar. Zum Vergleich dient ein entsprechendes LECTURNITY-Präsentationsdokument.
Format | Bandbreite | Datenvolumen | |
|---|---|---|---|
LECTURNITY-Präsentationsdokument | 50 | 11,2 | |
RealMedia-Dokument | für Modem | 32 | 7,2 |
| für ISDN | 48 | 10,8 |
| für LAN | 155 | 34,8 |
Windows Media-Dokument | für Modem | 32 | 7,2 |
| für ISDN | 68 | 15,3 |
| für LAN | 132 | 29,7 |
Anzahl Nutzer und Bandbreite
Frage:
Wieviele Nutzer können bei welcher Bandbreite gleichzeitig auf einen WindowsMedia-Server zugreifen?
Lösung:
Die folgende Tabelle soll einen Anhaltspunkt für die Anzahl der Nutzer bei unterschiedlichen Bandbreiten geben.
Wir setzen ein Maximalauslastung der verfügbaren Netzwerkbandbreite von 50% voraus:
Bandbreite | Gleichzeitige Benutzer | |||
|---|---|---|---|---|
Ohne Video | Mit Video | |||
Mittlere Qualität | Gute Qualität | Mittlere Qualität | Gute Qualität | |
100 MBit | 1500 | 750 | 500 | 200 |
10 MBit | 150 | 75 | 50 | 20 |
2 MBit | 30 | 15 | 10 | 4 |
DSL | 12 | 6 | 4 | 1 |
