Vorbereiten eines Projektes
Bereiten Sie auf dem Rechner, auf welchem Sie später die Live-Aufzeichnung vornehmen werden, ein LECTURNITY Projekt vor. Importieren Sie die Folien in dieses neue Projekt hinein, so dass dies nicht kurz vor dem Vortragsbeginn gemacht werden muss. Stehen die Folien erst kurz vor der Veranstaltung zur Verfügung, so erstellen Sie trotzdem ein neues Projekt, und importieren später die Folien in dieses Projekt hinein. Erstellen Sie in diesem Fall temporär ein neues Quelldokument, welches Sie für die Aufzeichnungen benutzen. Dies können Sie über die Schaltfläche "Neues Quelldokument" durchführen.
Hierdurch haben Sie die Möglichkeit, in Ruhe die Projekteinstellungen vorzunehmen, und müssen dies nicht erst kurz vor der Aufzeichnung machen.
Führen Sie sämtliche Probeaufzeichnungen und Änderungen am Projekt mit diesem durch, so dass Sie sichergehen können, korrekte Parameter bei der endgültigen Aufzeichnung zu haben.
Audio-Vorbereitungen
Der wichtigste Teil der Vorbereitungen für eine Live-Aufzeichnung ist das Prüfen der Audio-Einstellungen und des Mikrofons. Ohne guten Ton ist eine Aufzeichnung nur halb so viel wert oder im Extremfall wertlos.
Um eine möglichst gute Qualität beim Ton zu erreichen, schlagen wir Ihnen folgende Schritte vor:
- Stellen Sie rechtzeitig vor der Aufzeichnung die Ausrüstung zusammen und bauen Sie sie auf;achten Sie dabei auf möglichst hochwertige Kabel, besonders wenn es sich bei dem von Ihnen verwendeten Mikrophon um ein Niederspannungsmodell handelt (ohne Stromzufuhr und/oder Phantomspeisung). Um genaue Pegelabgleiche durchführen zu können, empfehlen wir den Einsatz eines Mischpults.
- Wenn Sie ein Funkmikrophon einsetzen, achten Sie bitte darauf, dass die Batterien frisch aufgeladen worden sind, und dass diese die Aufzeichnungslänge auch durchhalten. Halten Sie zur Sicherheit auch Ersatzbatterien bereit.
- Führen Sie mit LECTURNITY mehrere Probeaufzeichnungen aus, um einen guten Aufzeichnungspegel für den Ton herauszufinden. Im nächsten Abschnitt erfahren Sie hierzu mehr.
Audio-Probeaufzeichnungen durchführen
Starten Sie LECTURNITY und laden Sie das Projekt, welches Sie für die Live-Aufzeichnung vorbereitet haben.
Stellen Sie sicher, dass Ihre Soundkarte den korrekten Eingang benutzt. Sie können dies über die Studio-Eigenschaften verifizieren:
Können Sie hier nicht die Quelle der Soundkarte auswählen, so müssen Sie diese Einstellung direkt in den Ton-Einstellungen von Windows vornehmen. Achten Sie auch darauf, dass die Ton-Aufzeichnung insgesamt aktiviert ist.
Stellen Sie anschließend das Aufzeichnungsniveau in LECTURNITY probehalber auf einen mittleren Wert ein.
Führen Sie eine kurze Aufzeichnung mit Hilfe von LECTURNITY aus. Sprechen Sie dabei so in das Mikrophon, wie dies auch später bei der Aufzeichnung gemacht würde. Beachten Sie hierbei auch die Größe des Raumes oder ob das Gesprochene bei der Aufzeichnung etwa durch Lautsprecher an das Publikum übertragen wird. Wie der aktuelle Pegelausschlag ist, können Sie an der Pegelanzeige im LECTURNITY Monitoring-Widget ablesen. Der grüne Balken sollte ausgefüllt sein, es darf auch ab und zu in den roten Bereich ausschlagen, jedoch sollte dies nicht dauerhaft der Fall sein.

Betrachten Sie im Editiermodus die Tonspur der Probeaufzeichnung. Den Editiermodus erreichen Sie über den Schaltfläche „Bearbeiten“.

Es sollte bei einer normalen Lautstärke ein deutlicher Ausschlag auf der Tonspur zu sehen sein. Der Ausschlag sollte jedoch nicht die komplette Höhe der Tonspur in Anspruch nehmen. Man nennt Ton, der zu hohe Werte annimmt, übersteuert, und einen Ton, der ausschließlich sehr niedrige Werte annimmt, untersteuert. In den folgenden drei Bildern sehen Sie typische Beispiel für Ton, welcher (a) untersteuert, (b) gut ausgesteuert, und (c) übersteuert ist:

(a) untersteuert

(b) gut ausgesteuert

(c) übersteuert
Verändern Sie die Aufnahmelautstärke so, dass die Tonspur gut ausgesteuert ist. Beachten Sie bitte, dass dies mehrere Probeaufzeichnungen in Anspruch nehmen kann. Sollte sich die Aussteuerung nicht durch Verändern der Aufnahmelautstärke auf ein gutes Maß regeln lassen, so sollten Sie untersuchen, ob Ihre Soundkarte über einen Mikrofonvorverstärker verfügt, der ggfs. an- oder ausgeschaltet werden kann. Gewöhnlich finden Sie diese Einstellungen in der Systemsteuerung, unter "Sounds und Multimedia". Als weitere Möglichkeit hilft auch die Veränderung des Eingangssignals für die Soundkarte durch ein Mischpult (siehe oben).
Speichern Sie alle Einstellungen in ihr erstelltes Projekt, so dass diese schnell wieder hergestellt werden können. Wenn Sie trotz Einstellen des Audiopegels keinen hinreichend hohen Audiopegel erreichen, so kann dies mehrere Ursachen haben: Zum einen ist es möglich, dass das Mikrofon kein hinreichend starkes Signal liefern kann. In diesem Fall ist der Einsatz eines Mixers oder Mikrofonvorverstärkers notwendig (siehe Hardware-Empfehlungen). Manche Soundkarten haben jedoch auch eingebaute Mikrofonvorverstärker, die sich bei Bedarf aktivieren lassen.
Öffnen Sie hierzu die Systemsteuerung, "Sounds und Audiogeräte". Klicken Sie in der Karteikarte "Lautstärke" auf "Erweitert". Wählen Sie im neu geöffneten Fenster im Menü "Optionen", "Eigenschaften" und lassen Sie die Regler für "Aufnahme" anzeigen:
Klicken Sie auf die Schaltfläche "Erweitert" unterhalb des Reglers für die Mikrofonlautstärke. Ist diese Schaltfläche nicht vorhanden, so besitzt Ihre Soundkarte keinen Mikrofonvorverstärker, oder die Treiber unterstützen dies nicht.
Ist der Mikrofonverstärker nicht aktiviert, so aktivieren Sie ihn. Sollte diese Maßnahmen immer noch nicht zu einem befriedigenden Audiopegel führen, so empfehlen wir den Einsatz eines externen Mischpultes oder Mikrofonverstärkers.
Video-Vorbereitungen (optional)
Wenn Sie bei der Live-Aufzeichnung auch Video aufzeichnen wollen, so ist auch die Vorbereitung der Video-Aufzeichnung unerlässlich. Auch hier gilt natürlich: Bauen Sie die Ausrüstung rechtzeitig vor der Veranstaltung auf, so dass Sie Zeit haben, die optimalen Einstellungen vorzunehmen. Speichern Sie alle Einstellungen in ihr erstelltes Projekt, so dass diese schnell wieder hergestellt werden können.
Durch die folgenden Schritte wird eine gute Video-Aufzeichnung ermöglicht:
Starten Sie auf Ihrem System das Programm zur Anzeige der CPU-Auslastung (den Windows Task-Manager); dieses sollten Sie beim Testen immer im Auge behalten. Unter Windows 2000 und Windows XP können Sie das Programm durch die Tastenkombination Strg-Shift-Esc starten. Minimieren Sie das Programm anschließend.![]()
Starten Sie LECTURNITY und laden Sie ihr Projekt. Öffnen Sie die Studio-Eigenschaften und wählen Sie links "Audio/Video-Einstellungen" aus. Ist der Punkt Video nicht aktiv, so kann dies zwei Gründe haben:
- Im Projekt ist kein Quelldokument vorhanden; wenn Sie die Folien nicht zur Hand haben, die bei der Live-Aufzeichnung benutzt werden sollen, so fügen Sie bitte ein neues, leeres Dokument ein ("Neues Quelldokument"), und fügen Sie darin bitte eine leere Seite ein ("Neue Seite").
- In Ihrem System ist kein Video-Gerät vorhanden, oder die Treiber sind nicht korrekt installiert worden. Lesen Sie auch die Seite FAQ Video für weitere Informationen.
Wählen Sie nun das Video-Gerät aus, welches Sie benutzen wollen. Beachten Sie bitte, dass Sie hier die Wahl haben, welches Treibermodell Sie benutzen wollen. Im Ratgeber VfW/WDM finden Sie Informationen, welches Modell Sie benutzen sollten. Bei neueren Geräten und unter Windows 2000 oder XP empfiehlt sich meistens das WDM-Modell. Erscheint das gewünschte Gerät nicht in einer der Listen, so stellen Sie sicher, dass das Gerät korrekt eingeschaltet ist und die entsprechenden Treiber installiert sind. Haben Sie das Gerät erst nach Starten von LECTURNITY aktiviert, so müssen Sie LECTURNITY zunächst neu starten, da das Gerät in diesem Fall noch nicht erkannt worden ist.
Klicken Sie in den Einstellungen das Kästchen "Video aufzeichnen" an, um die Treiber des Video-Geräts zu laden und die Video-Aufzeichnung zu aktivieren. Sofern dies erfolgreich war, werden der Reiter "Codec" und das Kästchen "Monitor-Fenster" aktiviert. Eine eventuelle Meldung, dass der aktuelle Codec die Daten unkomprimiert aufzeichnet, können Sie bestätigen; die weiteren Einstellungen können Sie später vornehmen.
Stellen Sie sicher, dass das Bild korrekt angezeigt wird, indem Sie die Monitor-Funktion von LECTURNITY aktivieren. Es erscheint ein zusätzliches Fenster, in welchem das Bild der Kamera dargestellt wird. Sollte dies nicht der Fall sein, gibt es mehrere mögliche Fehlerursach
- die Kabel sind nicht korrekt eingesteckt; kontrollieren Sie alle Steckverbindungen und Kabel,
- Analoge Kameras: Die meisten Kameras sind in der Lage, das Video-Signal in zwei verschiedenen Standards auszugeben; diese heißen FBAS und S-Video. Die Stecker sehen wie folgt aus:

Das Video-Gerät im Computer muss ebenfalls auf die verwendete Schnittstelle eingestellt sein. Diese Einstellungen finden Sie für Video for Windows-Geräten unter der Schaltfläche "Quelle...", bei WDM-Geräten ist diese Einstellung unter "Quellen-Auswahl..." zu finden. Bitte beachten Sie, dass rein digitale Video-Quellen, wie z.B. Webcams oder DV-Kameras diese Einstellungsmöglichkeit nicht besitzen.
Analoge Kameras: Das Farbmodell stimmt nicht. Verifizieren Sie, dass das Video-Gerät (im Computer) das korrekte Farbmodell benutzt. In Deutschland sollte ein PAL-Standard eingestellt sein (nicht SECAM oder NTSC, die in Frankreich bzw. den USA benutzt werden). Diese Einstellung ist bei WDM-Geräten unter "Frame-Rate und Farbmodell...", oder unter "Quellen-Auswahl..." zu finden. Bei Video for Windows-Geräten ist diese Angabe nicht einheitlich geregelt. Oft ist sie jedoch unter "Format..." oder "Quelle..." zu finden. Bitte beachten Sie, dass rein digitale Video-Quellen, wie z.B. Webcams oder DV-Kameras diese Einstellungsmöglichkeiten nicht besitzen.
Stellen Sie eine geeignete Auflösung und Frame-Rate für die Video-Aufzeichnung ein. Diese Einstellung können Sie für Video for Windows-Geräten unter "Format..." und bei WDM-Geräten unter "Frame-Rate und Farbmodell..." finden. Was für Ihr System eine geeignete Auflösung ist, hängt von Ihrer Prozessorleistung ab. Grundsätzlich gilt: Je höher die Prozessorleistung, um so größere Video-Aufzeichnungen können Sie vornehmen. Beachten Sie jedoch, dass eine Verdoppelung der Video-Größe (Breite und Höhe; etwa von 160x120 auf 320x240) im Allgemeinen eine Vervierfachung der CPU-Belastung bedeutet. Weiter hängt die CPU-Auslastung sehr stark von dem verwendeten Codec ab. Hier wird vorausgesetzt, dass Sie den Codec "Indeo Video 5" einsetzen. Sie können aber ähnlich vorgehen, wenn Sie einen anderen Codec einsetzen, wie z.B. "DivX". Auf einem System der 800MHz-Klasse lässt sich ein Video mit einer Auflösung von 320x240 bei 25 Frames pro Sekunde und eingeschaltetem "Quick Compress" des Codecs bei 50 Prozent Prozessorauslastung aufzeichnen.
Führen Sie mit verschiedenen Einstellungen (z.B. Video-Auflösungen) mehrere Probeaufzeichnungen aus; achten Sie darauf, dass die Prozessorauslastung nicht dauerhaft über 75% ansteigt, da es sonst sehr leicht dazu kommen kann, dass die aufgezeichneten Videos ruckeln und/oder schlechte Qualität besitzen. Verifizieren Sie mit Hilfe des LECTURNITY Players, dass die Aufzeichnung so aussieht, wie Sie es wünschen.
Vergessen Sie nicht, die Einstellungen in Ihr Projekt zu speichern. LECTURNITY wird Sie ggfs. jedoch daran erinnern. Sie finden weitere Informationen zum Thema Video-Einstellungen hier.
Durchführung
Bei der Durchführung sollten nach den gründlichen Vorbereitungen keinerlei Probleme mehr zu erwarten sein. Laden Sie Ihr vorbereitetes Projekt, und fügen Sie ggfs. das Dokument hinzu, welches bei der Aufzeichnung benutzt werden soll. Führen Sie vor der eigentlichen Aufzeichnung eine letzte Probeaufzeichnung durch um sicherzustellen, dass alle Geräte korrekt angeschlossen sind. Sollen viele ähnliche Aufzeichnungen durchgeführt werden, so ist es oft von Vorteil, das erzeugte Projekt erneut zu benutzen und daraus lediglich das zu verwendende Dokument auszutauschen oder das neue Dokument hinter dem aktuellen anzufügen.
